Automatisiertes Fahren: Führerprüfung steht im Zentrum
Nachdem der Bundesrat am 18. Oktober 2023 die Vernehmlassung über zwei neue Verordnungen eröffnet hat, mit denen er das automatisierte Fahren regeln will, hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) die interessierten Kreise (darunter auch L-drive Schweiz) detailliert über die Inhalte der Vorlage ins Bild gesetzt.
Im Frühjahr hat das Parlament eine Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) beschlossen und damit die Rahmenbedingungen für das automatisierte Fahren geschaffen. Der Bundesrat will nun diese Gesetzesbestimmungen mit zwei Verordnungen konkretisieren. Am 18. Oktober hat er ein entsprechendes Vernehmlassungsverfahren eröffnet, welches sbis zum 2. Februar 2024 dauert.
Die Vorlage tangiert auch die Fahrausbildung und damit die Fahrlehrer:innen. Deshlab hat sich L-drive Schweiz bereits in den vergangenen anderthalb Jahren in den verschiedenen Projektgruppen, welche die Grundlagen für die Vorlage geschaffen haben, aktiv eingebracht. An einer Infoveranstaltung vom 25. Oktober 2023 konnte sich die L-drive Schweiz-Delegation (v.l. Bruno Schlegel, Markus Hess und Michael Gehrken) nun zudem ein Bild davon machen, was genau geplant ist.
FAS und Automatisierungssysteme werden «prüfungsrelevant»
Dabei rückt im Zusammenhang mit den Fahrassistenzsystemen (FAS) und den weiteren Stufen der Automatisierung die Führerprüfung ins Zentrum des Interesses. «Es braucht neue Fahrkompetenzen», stellte Markus Dill, Leiter Fachbereich Personenzulassung im ASTRA klar. Dies mache die «Weiterentwicklung der Führerprüfung notwendig».
Fahrassistenzsysteme (FAS) und Automatsierungssysteme sollen demnach in Zukunft «prüfungsrelevant sein. Den Fokus legen die Behörden dabei auf die Kategorien A und B, «weil dies das Einstiegstor» in die Fahrer:innen-Karriere sei. Die Themen rund um die Automatisierung sollen dabei sowohl in die theoretische wie praktische Prüfung einfliessen. Eckpunkte wie die Dauer der Prüfungen sollen indessen nicht geändert werden.
Und: Der Gesetzgeber will versuchen, «einen roten Faden durch die Ausbildung zu ziehen.» Deshalb, so informierte das ASTRA an der Infoveranstaltung, will man auch den Verkehrskunde-Unterricht VKU revidieren.
Weitere Infos zur Vorlage über das automatisierte Fahren sowie zur Revision des Verkehrskunde-Unterrichts gibts im nächsten L-Journal von Mitte Dezember 2023.
Andere Spannende Beiträge
BBF-Rechnung in neuem Kleid
Fahrlehrer:innen, die in diesen Tagen die Rechnung des Berufsbildungsfonds Fahrlehrer:innen BBF erhalten, werden feststellen: Sie sieht anders aus als bisher. Das ist Absicht. Mehr Infos zu den Hintergründen.
Autofahrende halten Abstand zu Velos nicht ein
Eine neue Studie zeigt, wie eng Velofahrende in Schweizer Städten überholt werden. Der VCS und die Fachhochschule OST massen dazu auf rund 1'500 Kilometern. Der Abstand betrug im Mittel 120 Zentimeter. Gefordert werden vom VCS 1,5 Meter. Ein gesetzlicher Mindestwert fehlt in der Schweiz bislang.